Eigentlich sollte dies ein Vorher- Nachher werden…

Gestern bin ich durch das Haus geschlichen und habe versucht Photos zu machen. Aber das Licht muss zum Arbeiten genutzt werden, also wurde es langsam dämmrig und das sieht man leider auch.

Wenn ich mir dieses Bild anschaue, muss ich wohl noch einmal von vorn mit den Bildern beginnen.

IMG_3897.JPG

Ich hatte mich wirklich auf diesen Post gefreut, weil ich den Raum bisher am meisten liebe, außerdem ist dort sehr viel passiert.

Außerdem möchte ich bei Gelegenheit mich mit DIY beschäftigen. Ich habe in den letzten Tagen so viele Blogs zum Thema Wohnen und Einrichten gelesen, dass es mir unter den Nägeln brennt, auch einmal etwas selbstgemachtes zu versuchen. Das Material habe ich heute auch gleich im Baumarkt mit gekauft, ich war sowieso dort, wie so häufig…

20180312_212643.jpg

Advertisements

Streichgedanken

Vorhin saß ich im strahlenden Sonnenschein und nur mit einem dünnen Shirt bekleidet ganz oben auf dem Gerüst und strich die Sparrenfüße.

Man sieht sehr genau, wie weit ich gekommen bin. Aber auf die Überdachung der Veranda habe ich mich einfach nicht getraut.

IMG_3915.JPG

Wenn man streicht und allein auf der Baustelle ist, hat man viel Zeit. Die Gedanken schweifen ab und ich bemerkte, wie oft mir versteckter Sexismus während des Bauens über den Weg gelaufen ist.

Vor einer Weile hatte ich ein Treffen mit einem Treppenbauer. Wir besprachen meine Wünsche und auch den Einbau. ‚Wenn ihr Mann beim Einbau hilft, kann ich xxx€ Rabatt geben auf den Einbau‘.

Auch Kollegen und Freunde reagieren erstaunt und irritiert, dass ich so vieles selbst mache. Man merkt, dass sie es mir nicht zutrauen. Na gut, es gibt gewisse körperliche Grenzen. Die Rigipsplatten kann ich allein nicht tragen und auch die 40kg-Säcke Betonestrich bekomme ich kaum allein in mein Auto. Aber die Umsetzung war bisher kein großes Problem. Wie viele Männer haben eigentlich vor einer Sanierung oder einem Neubau schon einmal eine Decke eingeschalt und anschließend verkleidet? Und wie reagieren dort Freunde und Bekannte? Ich denke nicht, dass sie genauso kritisch und ungläubig reagieren.

Auch im Baumarkt merke ich häufig, dass ich nicht ganz ernst genommen werde, wenn ich durch die Bauholzabteilung oder die für Außentüren streife. Wenn ich dort Beratung wünsche, bekomme ich die verschiedenen Optiken gezeigt, die technischen Unterschiede werden mit keinem Wort erwähnt. Da muss ich jedesmal gezielt nachfragen.

Mir macht das Bauen immer noch unheimlich viel Spaß. Ich habe so viel gelernt in den letzten Monaten und ich weiß, dass ich nicht nur zum Fegen, Kaffee kochen und Mettbrötchen schmieren tauge. Aber es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis Frauen auf dem Bau ernst genommen werden.

Auch wenn es heute richtig warm war, mein Teich ist immer noch mit Eis bedeck. Die Kälte hat den Bau auch ein wenig ausgebremst. Ich hoffe, es bleibt nun so schön.

IMG_3910.JPG

Die Arbeiten im Erdgeschoss

Um diesen großen Raum zu bekommen, musste auch einiges getan werden.

IMG_3866

Zuerst wurde das eingebaute Bad entfernt. Zuerst wurden die Sanitärinstallationen abgebaut und entsorgt. Anschließend ging es der Wand an den Kragen, die die Küche vom Bad und Flur trennte.

Dies war ein besonderer Spaß, da eine Leichtbauwand vor die nächste gesetzt war. Kaum war die eine abgerissen, kam die nächste zum Vorschein.

Die erste Wand im Bad diente dazu den Anschluss mit Flexirohren etwas weiter nach oben zu verlegen. So wurde die Badewanne gegen eine Dusche getauscht.

Darunter die Leichtbauwand diente nur als Träger für eine andere Wandfliese. Die auf der Originalwand waren wohl nicht mehr schön genug.

Nachdem die drei Schichten Fliesen, samt Leichtbauwand, entfernt waren, wurde die Wand abgerissen. Der Bohrhammer war mein bester Freund. (Und die Eimer mit der Schaufel)

20171028_113412

Nachdem die Wand gefallen war, wurden die Bodenfliesen entfernt.

IMG_3867

Auch die Fliesen an der Küchenzeile mussten den Weg in den Container finden.

20171031_152509

Und da das Bad ja irgendwo anders einen Platz finden musste, wurde noch ein Türdurchbruch geschaffen. Das Zimmer, welches an den Flur grenzt, wird geteilt und zukünftig Bad und Schlafzimmer beherbergen.

20171031_152542

Inzwischen sind auch alle anderen Türstürze höher gemauert. Der Türdurchbruch wurde in allen Räumen auf 2m angehoben. Die 175-180cm waren mir auf Dauer zu niedrig.

Einbau der Kellerfenster

Im Netz hatte ich vier Kellerfenster bestellt. Für nicht einmal 400€ bekam ich die vier Fenster schnell und zuverlässig mit allem Zubehör geliefert.

Ausgerüstet mit dem Bohrhammer (vergiss die Schlagbohrmaschine bei Tonbrandziegeln), Akkuschrauber, Wasserwage und einem Bitkasten schlichen wir in den Keller.

Beim ersten Fenster durfte ich zusehen, anreichen und lernen. Zuerst wurde das alte Fenster entfernt. Mit Stemmeisen und Flex für die Metallhalterungen ging es gut und einfach. Anschließend wurde der Rahmen mit der Wasserwaage ausgerichtet in das Fenster eingepasst und verschraubt. Die Bohrlöcher hatte ich vorbohren lassen, sodass man sich daran gut orientieren konnte.

Wenn der Rahmen dann im Wasser mit der Wand verschraubt ist, wird die Scheibe wieder eingesetzt und die Olive nach bebilderter Anleitung (lag dem Fenster bei) eingebaut.

Das zweite Fenster baute ich dann unter Aufsicht ein und stellte mich offensichtlich nicht blöd genug an. So waren die letzten beiden Fenster dann meine alleinige Aufgabe.

Aber es machte Spaß. Aufbau ist eben doch etwas anderes als Abriss. Auch machen die neuen Fenster optisch eine ganze Menge her.

Inzwischen wurden auch die Lücken mit Bauschaum verfüllt. Wichtig ist dabei, dass man die Pistole sofort gründlich mit entsprechenden Mitteln reinigt, da man die Pistole sonst nur noch der Abfallverwertung zuführen kann.

20171031_140222

Balken schleifen für Anfänger

Nachdem das Dachgeschoss soweit vorbereitet war, mussten alle Balken der Deckenkonstruktion abgeschliffen werden.

Das Dachgeschoss soll offen bleiben, es wird ein großer Raum, der nur optisch die Bereiche Wohnen und Arbeiten trennen wird. Auch bis in den Giebel wird der Raum offen bleiben.

Anfang Dezember hatte ich drei Wochen Urlaub. In den Wochen musste ich fertig werden, damit Anfang Januar die Dachdecker mit dem Dach und dem Innenausbau (Dämmen und Verkleiden) anfangen konnte.

Die Balken trugen den Staub des letzten Jahrhunderts. Dazu diversen Mäusekot und Lehmreste.

Anfangs arbeitete ich mit der Flex, einem Gummiteller und 80er Schleifpapier.

Aber in der Mittagspause führte mein erster Weg in den Baumarkt und ich kaufte 40er Schleifpapier. Schon da schlich ich um einen Exzenterschleifer herum, entschied mich aber dagegen. Beim Bauen muss man das Geld ja zusammen halten.

IMG_3824

Am Abend hatte ich die Nase voll und fuhr erneut zum Baumarkt. Mit Baustrahler, Heizlüfter (es ist verdammt kalt Anfang Dezember ohne Heizung) und dem Schleifer verließ ich den Laden.

Am nächsten Tag ging die Arbeit wirklich leichter voran. Die richtigen Maschinen machen das Leben auf dem Bau leichter.

Hier auf dem Photo sieht man den Unterschied zwischen geschliffen (rechts) und ungeschliffen auf dem Balken im Vordergrund.

Und wie man sieht, gab es einige Balken zum Schleifen.

IMG_3849

Mögen die Spiele beginnen

Es ist ein schöner Tag Anfang Oktober. Vier Personen stehen bereit um die Abrissarbeiten zu beginnen. Eine Woche Zeit haben sie und zwei Container stehen vor dem Haus bereit.

Als erstes trat der Vogel aus dem Treppenhaus seine letzte Reise an. vogel

Er stieg mit in das Dachgeschoss und flog von dort in den Container.

Anschließend ging es allen Holzpaneelen an Decken und Wänden an den Kragen.

Gerade die Decken waren eine eher unschöne Arbeit. Ohne Schutzkleidung ging gar nichts, auch ein Mundschutz war Pflicht. Mit jeder gelösten Platte stand man in einem Regen aus Mäusedreck und dem Staub der Jahrzehnte. Schön ist anders.

Auch die Bretter an den Wänden des Dachgeschosses wurden alle entfernt. Die Container füllten sich schnell und das Holzlager für den nächsten Winter wuchs stetig weiter.

Die beiden Kammern im Dachgeschoss wurden abgerissen. Dafür braucht man einen Bohrhammer und viele Eimer und Schaufeln um den Schutt in die Container zu schleppen.

IMG_3821

IMG_3820

Die Türstöcke sind inzwischen auch entfernt. Da musste die Kettensäge ran.

Als nächstes wurde die Zwischendecke im Dach entfernt. Auf den Holzbalken lag eine Schicht Lehm, teilweise bis zu 10cm hoch.

Diese wurde zuerst von den Dielen gekratzt und diese wurden dann mit dem Stemmeisen entfernt.

20171027_16200320171027_162020

Und schon ging es wieder an die Schaufeln. Das Tapete abkratzen war dagegen fast meditativ und entspannend.

Schnell war die Woche um und die Arme so lahm, dass es keine endgültigen Containerbilder gibt.

IMG_3819

IMG_3818

Zum Schluss waren beide Container randvoll und die fünf weiteren in den nächsten Wochen waren auch schnell gefüllt.

Das Schuttschaufel-Diplom habe ich inzwischen erlangt, mehrfach.

Impressionen des Hauses II

Nun geht der kleine Rundgang im Erdgeschoss weiter. Zuerst der Flur.

Direkt neben der Haustür ist malerisch der alte Stromzähler angebracht. Man beachte die Anzahl der Sicherungen. Der kleine Kasten darüber ist die nachträgliche Verkabelung der Garage.

IMG_3768

Durch die Tür gelangt man in einen zweiten Flur mit dem abgetrennten Badezimmer

IMG_3769

Gut versteckt hinter einer Schiebetür liegt das winzige Bad, mit Dusche, Toilette und Waschbecken. So platzsparend, dass man bequem sitzen und sich gleichzeitig die Hände waschen kann. Nannte man so etwas effizient oder eine Fehlplanung?

IMG_3770

IMG_3770

Geht man nun weiter durch diesen Flur, gelangt man in die Küche des Hauses.

IMG_3779

IMG_3773

Durch die Küche hindurch gehend, gibt es ein Schlafzimmer

IMG_3778IMG_3777IMG_3776

Zurück zum Flur:

IMG_3762

Hinter dieser Verkleidung befindet sich die Treppe nach oben und in den Keller. Durch den Flur hindurch gibt es ein weiteres Schlafzimmer.

IMG_3767

IMG_3766

Nach einigen Messungen und vielen Stunden mit verschiedener Software habe ich auch einen Grundriss zeichnen können:

grundriss_original

Impressionen des Hauses

Kommt herein, die Haustür steht offen:

IMG_3782

Als erstes gehen wir die Treppe in das Dachgeschoss hinauf:

IMG_3761

Oben angekommen zeigt sich der Blick über das gesamte Dachgeschoss. Um die beiden Kammern kümmern wir uns später.

IMG_3746

Die Wände sind mit Holz verkleidet und haben kleine Dachfenster. Die Balken stehen frei.

An den Fenstern nagt der Zahn der Zeit. Spinnen konnten lange ungestört ihre Netze spinnen und ansonsten schaut man auf die nackten Ziegel.

Die rechte Kammer ist klein und in einem hellen blau tapeziert. Aber die Tapete fällt schon von den Wänden. Auch das Fenster ist durch einen Weinstock zugewuchert.

IMG_3752IMG_3753IMG_3754

Die linke Kammer ist etwas größer, aber in einem ähnlichen Zustand.

IMG_3755

IMG_3756

Die nächsten Schritte

In den letzten Tagen ist einiges passiert. Das Planungsbüro war vor Ort und hat mir einen ersten Kostenvoranschlag geschickt. Der war mir deutlich zu hoch. Nach einer erneuten Abstimmung, was wirklich notwendig ist, landeten wir bei einem Betrag, der nur noch die Hälfte des ersten Antrags war. Das Angebot habe ich nun angenommen und warte nun auf den Termin für den nächsten Ortstermin.

Auch das Bauunternehmen war inzwischen vor Ort. Auf das Angebot warte ich zwar noch, aber werde es wohl nur im Sitzen öffnen. Außerdem stellte der Bauunternehmer fest, dass die Pläne, die ich zum Haus habe, nicht mit der Realität übereinstimmen.

Also habe ich mir einen günstigen Lasermesser gekauft und heute das Haus komplett neu vermessen.

Auch mit einem Treppenbauer habe ich gesprochen. Die neue Treppe wird zwar erst ganz zum Schluss eingebaut, aber für die Deckenöffnung brauche ich recht schnell eine Entscheidung, welche Treppe es werden soll.

 

IMG_3760

Hier sieht man, warum die Treppe ausgetauscht werden muss. Schade um die Holztreppe.

Mit dem Schornsteinfeger war ich auch im Haus und habe besprochen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit ich einen Kamin anschließen kann. Aufgrund der starken Versottung hatte ich die Befürchtung, dass ich diesen zurückbauen und neu aufmauern muss. Aber hier zeigte sich, dass ich nur ein Renovierungsrohr einbauen muss. Die Versottung ist nur ein optisches Problem, aber der Schornstein ist dicht.

Trotzdem werde ich wohl über ein CO-Sensor nachdenken. Es gibt Melder, die ähnlich wie ein Rauchmelder, bei eine Kohlenmonoxid-Erkennung anschlagen.

IMG_3746

Und als besonderes Highlight war diese Woche auch der Notartermin. Das Haus gehört nun offiziell mir und auch die Rechnung des Notars habe ich schon erhalten. Nun fehlt nur noch der Grundbucheintrag.

Einen Schritt vor und zwei zurück

Am Wochenende wurden die Arbeiten im Garten begonnen. Es ist einiges passiert und einige Buchsbaumhecken mussten weichen.

Aber nur so konnte die wunderschöne alte Rose am Rosenbogen wieder freigelegt werden. Ich hoffe, sie schafft es.

 

Für heute waren nun zwei Termine geplant. Einmal ein Treffen mit dem Planungsbüro, welches die Bauanträge für die Dachanhebung, die Gaube und die energetische Sanierung stellen sollte. Kurz vor dem Termin teilten sie mir jedoch mit, dass sie diese Planung nun doch nicht mehr wegen Ruhestand übernehmen und verwiesen mich an ein anderes Unternehmen. Morgen soll die Begehung vor Ort nun stattfinden.

Auch sagte mir das Planungsbüro, dass ich rund 3 Monate für die Baugenehmigung rechnen muss. Wenn mein Bauantrag nicht für eines der Neubaugebiete gestellt wird, landet dieser sehr weit unten im Stapel.

Für den Abend war dann ein Vor-Ort-Treffen mit einem Bauunternehmen geplant. Dies soll die Arbeiten am Dach, die Zimmermannsarbeiten, den Fenstereinbau und die energetische Sanierung des Dachgeschosses übernehmen. Es ist also kein Großauftrag, aber auch kein Kleckerbetrag. Dieses Unternehmen erschien gar nicht erst.

Solch Tage frustrieren mich. Aber vermutlich sollte ich mich schnell daran gewöhnen. Die Handwerker haben volle Auftragsbücher und es scheinbar nicht nötig die kleineren Aufträge zu übernehmen. Die Verwaltung verwaltet zuerst die großen Anträge und dann erst die kleinen. Die Baubranche boomt und es wird in diesem Bereich noch einiges an Rückschlägen geben. Wer weiß, was ich nicht alles letztendlich doch selbst mache, weil ich nicht mehr warten möchte.